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Grad der Behinderung – Fragen und Antworten

Den Grad der Behinderung legen Sie im Mitarbeiterprofil im Reiter „Arbeitszeiten" fest — die verringerte Arbeitszeitnorm wendet Proplanum dann selbst an. Nachfolgend haben wir die Fragen gesammelt, die beim Zusammenspiel von Bescheid, Arbeitszeitsystemen, medizinischer Norm und Urlaubsanträgen am häufigsten auftauchen.


Worin unterscheiden sich die vier Grade?


Für die Berechnungen zählen nur zwei Schwellen:


  • „Keiner" und „Leicht" — die Normen bleiben unverändert: 8 Stunden am Tag, im Schnitt 40 Stunden pro Woche. Den leichten Grad halten Sie der Dokumentation halber fest, auf die Arbeitszeit wirkt er sich nicht aus.
  • „Mittel" und „Schwer" — verringerte Norm: 7 Stunden am Tag und 35 Stunden pro Woche (Art. 15 Abs. 2 des Rehabilitationsgesetzes). Beide Grade wirken im System identisch.


Hinweis: Die Unterscheidung mittel/schwer ist personalrechtlich und für den Bescheid bedeutsam, in Proplanum ergibt sie in Stunden dasselbe Ergebnis. Tragen Sie den Grad ein, der dem Bescheid entspricht, nicht den „bequemeren".


Wirkt die verringerte Norm auch im Ausgleichssystem?


Ja — und das ist der wichtigste Unterschied zur medizinischen Norm. Die Obergrenze von 7 Stunden wird nach den Regeln des Arbeitszeitsystems angewandt und gilt daher auch im Ausgleichssystem (12, 16, 24 Std.), im Wochenendsystem und im durchgehenden Betrieb. Das Gesetz sieht für diese Systeme keine Ausnahme vor, wie sie bei der medizinischen Norm besteht.


Praktisch heißt das: Bei einer Person mit mittlerem oder schwerem Grad im Ausgleichssystem 12 Std. löst eine geplante Schicht über 7 Stunden eine arbeitsrechtliche Warnung aus, und die Stunden über 7 gehen in die täglichen Überstunden ein.


Achtung: Das ist stets eine Warnung, nie eine harte Sperre. Das Gesetz lässt Ausnahmen zu (Art. 16 — ärztliche Zustimmung oder Art der Tätigkeit), die das System nicht abbildet. Liegt ein solches Dokument vor, können Sie trotz der Warnung eine längere Schicht planen.


Was, wenn zugleich die medizinische Norm 7:35 gilt?


Es gewinnt die niedrigere Norm, also die 7 Stunden aus dem Bescheid. Die medizinische Norm beträgt 7 Stunden 35 Minuten und spielt bei mittlerem oder schwerem Grad daher keine Rolle — das System rechnet ohnehin mit 7 Stunden am Tag.


Sie müssen nichts abwählen: Beide Optionen dürfen aktiv bleiben, Proplanum wählt die für die Person günstigere.


Was ist mit einem Standort, dessen Tag kürzer als 7 Stunden ist?


Die Obergrenze von 7 Stunden erhöht den Tag nie. Gilt in den Antragseinstellungen eine kürzere Tagesnorm, etwa 6 Stunden, verbraucht ein Antrag weiterhin 6 Stunden — nicht 7.


Die Regel ist einfach: Ein Bescheid kann den Tag ausschließlich senken.


Rechnet eine Änderung des Grades frühere Anträge um?


Nein. Jeder Antrag merkt sich die Norm vom Tag der Antragstellung und ändert sie nicht mehr. Dadurch führt das Eintragen eines Bescheids im Laufe des Jahres dazu, dass:


  • genehmigter Urlaub nicht rückwirkend umgerechnet wird,
  • der Person keine bereits genutzten Tage aus dem Kontingent genommen werden,
  • sich weder Stunden in den Nachweisen noch in Exporten abgeschlossener Monate ändern.


Die verringerte Norm gilt von diesem Moment an — für Anträge, die nach dem Speichern des Grades gestellt werden.


Woher kommen die 10 Tage Zusatzurlaub?


Ein mittlerer oder schwerer Grad begründet einen Anspruch auf 10 Tage Zusatzurlaub (Art. 19 Abs. 1 des Rehabilitationsgesetzes), sofern nicht bereits mehr als 26 Tage aus anderem Grund bestehen (Abs. 2).


Wichtig: Proplanum rechnet diese Tage nicht automatisch hinzu — es zeigt lediglich einen Hinweis im Reiter „Anträge" der Person. Das Kontingent erhöhen Sie von Hand, indem Sie das Limit bei der passenden Antragsart ändern. Siehe Antragslimits.


Wozu dient das Datum der Vorlage des Bescheids?


Ausschließlich der Dokumentation — Sie halten darin den Tag fest, an dem das Dokument vorgelegt wurde. Das Feld ist optional und keine Berechnung nutzt es: Die verringerte Norm gilt ab dem Speichern des Grades, unabhängig davon, ob Sie das Datum ergänzen.


Nach einem Wechsel des Grades auf „Keiner" leert sich das Datum von selbst, damit im Profil keine Spur eines überholten Bescheids bleibt.


Wer darf den Grad festlegen?


Den Reiter „Arbeitszeiten" sehen und bearbeiten ausschließlich Standortmanager, Berater und Organisationsadministrator. Weder der Manager noch die betroffene Person selbst haben Zugriff darauf — der Grad der Behinderung gehört zu den besonders geschützten Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO).


Lässt sich der Grad für eine Gruppe vergeben?


Ja — über eine Anstellungsvorlage. In der Vorlage aktivieren Sie die Option „Vorlage setzt den Grad der Behinderung" und wählen den Wert, den die Vorlage vergeben soll.


Hinweis: Ist diese Option aus, rührt das Laden der Vorlage den gespeicherten Grad nicht an. Das schützt davor, einer ganzen Gruppe beim Aktualisieren anderer Bedingungen versehentlich die Bescheide zu entziehen.


Wo wirkt sich die verringerte Norm aus?


Die verringerte Norm greift überall dort, wo das System Arbeitszeit berechnet:


  • Sollstunden des Monats — Grundlage für Abrechnung und Stundensatz,
  • Urlaubsanträge — Umrechnung von Tagen in Stunden,
  • Überstunden — Tages- und Wochenschwelle,
  • arbeitsrechtliche Prüfung — Warnungen beim Erstellen des Dienstplans,
  • Nachweise und Lohnexporte.


Die Einzelheiten der Einstellung beschreiben wir in Arbeitszeitsystem und Arbeitszeitnormen festlegen.

Aktualisiert am: 10/08/2026

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